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Schauspiel

Rote Socken singen tote Lieder

„Wir sind überall“

„Auferstanden aus Ruinen“ wähnte man sich am vorläufigen Ende des deutschen Faschismus.
In der Deutschen Demokratischen Republik war Musik nicht nur Unterhaltung, sondern zugleich auch stets politische Willensbekundung – nur Propaganda? „Sag mir wo du stehst?“ Diese Frage aus heutiger Perspektive historisch zu beantworten löst Beklemmung aus, angesichts von Knästen, politischer Verfolgung und Toten an der innerdeutschen Grenze. Doch im Liedgut der DDR zeigt sich auch ein Glaube an den Fortschritt, ein reales Streben nach einer Utopie: „Denn du hast ja ein Ziel vor den Augen“. Diese Vision einer besseren Zukunft fiel mit dem Ende des Kalten Krieges ebenso wie die Mauer und hat doch bis heute keine kapitalistische Entsprechung finden können.

Als Formation „Rote Socken“ widmen sich Ensemblemitglieder des Schauspiel Essen gemeinsam mit Gästen den Songs des „anderen Deutschland“ und stellen die Frage nach dem Konflikt zwischen dem Alltag in der DDR und der emotionalen Kraft dieser Lieder.

Mit: Thomas Büchel, Alexey Ekimov, Henriette Hölzel, Philipp Noack, Sven Seeburg
Musiker: Ralph Alda, Boris Gurevich


Das Titelbild zeigt den ersten Auftritt der “Roten Socken” beim Theaterfest am 16. September 2017.
Foto: Diana Küster